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Thursday, January 18th  
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Mo. 23.1.2012: Infoveranstaltung der WINGAS
Wurden vor 18 Jahren Fehler gemacht??? Zitat Breiding: „Seitdem hat sich die Technik aber stark entwickelt. Wir werden die Fehler von vor 18 Jahren nicht wiederholen.“

Da war doch schonmal was: (Aus dem Archiv Woelf.de)
Aug. 2010 K+S plant Salzleitung
Aug. 2007 Gasleitung explodiert
Juni 2007 Wingas plant Midal NORD
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AKTUELL:
Sorge um Bodenqualität FZ 26.1.2012
Eiterfeld (FZ)23.1.2012
Auf einer Länge von etwa acht Kilometern wird die Erdgasleitung Midal-Süd Loop auch durch Eiterfelder Gebiet verlaufen. Auf einer Bürgerversammlung konnten nun die Bewohner und vor allem von den Baumaßnahmen betroffene Grundeigentümer ihre Fragen und Kritik an Vertreter der Firma Wingas Transport loswerden.

Rund 60 Zuhörer im kleinen Saal des Bürgerhauses in Eiterfeld lauschten aufmerksam den Ausführungen von Trasseningenieur Marco Breiding, als dieser den Verlauf der für Anfang 2013 geplanten Baumaßnahmen für die Erdgasleitung Midal-Süd Loop erläuterte. Die Anwesenden waren in der Hauptsache Landwirte und Grundeigentümer, durch deren Boden die Gasleitung verlegt werden soll.

Grundsätzlich erhalten die Eigentümer eine Entschädigungszahlung für die Nutzung ihres Grundes und die wirtschaftlichen Verluste, die sie während der Bauphase erleiden. „Die Höhe dieser Entschädigung orientiert sich am Marktwert des Grundstücks und wird vor Baubeginn mit dem Landesbauernverband in einer Rahmenvereinbarung ausgehandelt“, erklärte Stefan Semprich von Wingas Transport.

Gefahr für Industriegebiet
Einige der Anwesenden zweifelten jedoch, ob eine solche Einmalzahlung als Entschädigung noch ausreichend sei. Mechthild Klee, Mitglied des Gemeindevorstands Eiterfeld und selbst eine der Betroffenen, merkte an, dass der Boden über der bereits seit 1993 liegenden Gasleitung Midal noch immer viel zu trocken sei. Dies liege auch daran, dass bei der Wiederaufschüttung der Boden damals so sehr verdichtet worden sei, dass er bis heute nicht genug Wasser aufnehme. Solche Folgeschäden ließen sich leider nicht immer vermeiden, gab Marco Breiding zu und fügte hinzu: „Seitdem hat sich die Technik aber stark entwickelt. Wir werden die Fehler von vor 18 Jahren nicht wiederholen.“ (Anmerkung woelf.de: Eine ähnliche Aussage wurde 1992 schoneinmal getroffen: 'Nachher sieht es aus, als wäre nichts gewesen!!!' Herrn Breidings Aussage heute lässt den Schluss zu: 'WURDEN DAMALS FEHLER GEMACHT VON DENEN WIR HEUT NICHTS WISSEN??? Ist der trockene Boden der einzige Fehler??')

Reiner Giebel, Gemeindevertreter in Eiterfeld, kritisierte, dass ein Abschnitt der Leitung direkt unter einer als Industriegebiet ausgewiesenen Fläche am westlichen Ortsrand von Eiterfeld verlaufen solle, für das es auch schon einen Investor gebe. Das Gebiet würde durch die Midal-Süd praktisch wertlos werden, da direkt über einer Gasleitung keine geschlossenen Gebäude errichtet werden dürfen. Marco Breiding erklärte: „Darüber müssen wir nochmal reden. Vielleicht lässt sich die Leitung auch um das Bauland herum legen. Wir befinden uns ja noch in der Planungsphase, und Änderungen sind möglich.“

Thema war während der Versammlung auch die Lärmbelästigung rund um die Verdichterstation Reckrod, an der die Midal „entspringt“. Vor allem in Branders herrsche an manchen Tagen eine unzumutbare Geräuschkulisse, kritisierten einige Bürger. Wingas zufolge lägen die Werte allerdings im normalen Bereich und rühren von Fließgeräuschen oder Gasturbinen her. Wingas bot aber an, sich gemeinsam vor Ort zu treffen und dabei Messungen durchzuführen.
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FZ 23.1.2012
„Warum nicht parallel mit K & S-Leitung?“

Von Alexander Gies
Hünfeld
Im Frühjahr 2013 sollen die Bauarbeiten für den etwa acht Kilometer langen Abschnitt der Midal-Süd Loop auf Hünfelder Gebiet beginnen. Bei der Vorstellung des Projekts in der Stadthalle Kolpinghaus gab es auch kritische Stimmen.

Großansicht
Loop steht für Doppelleitung oder Schleife. Durch sie sollen ab Ende 2013 jährlich bis zu 55 Millionen Kubikmeter Erdgas aus Russland von der Ostsee Richtung Frankreich gepumpt werden. Durch den Landkreis Fulda verläuft bereits eine Erdgasfernleitung, die Midal – die Mitteldeutsche Anbindungsleitung. Sie wurde 1993 gebaut und kann kein weiteres Gas mehr aufnehmen. Deshalb wird in einem Abstand von sechs Metern die Midal-Süd in der Erde verlegt. Das Rohr misst einen Meter im Durchmesser und wird im Schnitt 1,2 Meter tief eingegraben, erläutert Thilo Thunhorst von Wingas Transport, die die Leitung baut, vor rund 50 Zuhörern, in der Mehrheit betroffene Landwirte.

Baufeld ist 30 Meter breit

Während der Bauarbeiten wird sich ein 30 Meter breiter Streifen durch die Landschaft ziehen – so breit ist das Baufeld, das für die Maschinen, die Grube und den Aushub benötigt wird. Stefan Semprich (Wingas Transport) informierte über die Bauausführung: Nach der archäologischen Untersuchungen werden die Lagerplätze mit den 18 Meter langen Stahlrohren bestückt. Im Winter erfolgt – wo nötig – der Gehölzeinschlag. Dabei werden die Eigentümer für ihre Bäume auf Grundlage eines Waldwertgutachtens entschädigt.

Humusschicht und Erdreich werden getrennt voneinander ausgehoben und gelagert. Dann werden die Rohre verschweißt und in die Grube abgesenkt. Unter Straßen werden die Rohre „hindurchgepresst“. Neben der Gasleitung verläuft noch ein Steuerkabel, weitere Kabel etwa für Kommunikation sind nicht vorgesehen, versicherte Thilo Thunhorst. Nach dem Verfüllen erfolgt eine Druckprüfung der Leitung mit der zweieinhalbfachen der nachher üblichen Belastung. Dann wird der Mutterboden aufgezogen. Für einen Kilometer Verlegen benötigen die Bauarbeiter bis zu drei Monate Zeit, sagte Thunhorst. Die Grundeigentümer, deren Flächen Wingas nutzt, erhalten eine Entschädigung: entweder eine einmalige Zahlung oder eine fortwährende Entschädigung.

Dauerschaden an Äckern
Kritisch fragten Landwirte während der Versammlung, warum die Leitung nicht zeitgleich mit der Soleleitung des Düngemittelherstellers K & S verlegt wird. Sie soll salzhaltiges Haldenwasser von Neuhof an die Werra transportieren. Dr. Hubert Beier, Geschäftsführer des Kreisbauernverbandes Fulda-Hünfeld, sagte: „Das ist nicht einzusehen. Innerhalb von zwölf Monaten wird der Boden zweimal aufgerissen, und die Landwirte haben zweimal den Ärger.“ Thilo Thunhorst sagte, wenn es machbar sei, werde man parallel arbeiten, aber seine Firma stehe in der Verpflichtung, die Arbeiten bis Ende 2013 abgeschlossen zu haben. „Da sind die Möglichkeiten begrenzt. Im Übrigen gehen wir davon aus, dass K & S früher als wir über eine Genehmigung verfügt. Und die werden nicht auf uns warten“, sagte er.

Beier nahm ihm dieses Argument nicht ab: „Wenn sie wollten, könnten sie und K & S schon parallel ihre Leitungen verlegen.“ Ein anderes Thema berührte die Entschädigungszahlungen. Kreislandwirt Emil Funk beklagte, dass bereits die bestehende Midal-Leitung für einen Dauerschaden auf den Äckern sorge, weil Getreide seither nicht mehr so gut gedeihe. Die fortwährenden Bauarbeiten schädigten überdies die wertvolle Humusschicht immens.

Die Wingas-Vertreter verwiesen darauf, dass mit dem Landesbauernverband eine Rahmenvereinbarung zur Entschädigung geschlossen worden sei. Auf den Einwand von Emil Funk, die müsse ja kein Landwirt unterschreiben, wurde von Wingas auf das Problem der Meistbegünstigungsklausel hingewiesen. Dies bedeutet: Ähnliche Schäden müssten auch ähnlich entschädigt werden. Deshalb könne man in einem Fall nicht so viel und im anderen Fall so viel bezahlen.

20.1.2012:------------------
Die Fa. WINGAS führt eine Informationsveranstaltung über den geplanten Bau und Betrieb der Erdgasfernleitung MIDAL-Süd Loop durch.

Montag, 23.01.2012
19:00 Uhr, Bürgerhaus Eiterfeld


Zusammen mit der geplanten Salzleitung der K+S verlegt die WINGAS ein weiteres Rohr neben den bereits verlegten MIDAL Leitung. Beginnend bei der Verdichterstation in Branders verläuft sie - südlich nach Reckrod und weiter Richtung Eiterfeld-Arzell - parallel zur bestehenden Leitung.

Über die ursprünglich für 2008 geplante MIDAL Nord Loop die von Reckrod nördlich Richtung Ringberg verlaufen soll ist noch nichts weiteres bekannt.
Ebenso ist noch unbekannt, ob die Salzleitung der K+S verlegt wird. Wenn, dann geschieht dies nach neuester Aussage der WinGas wohl doch NICHT zusammen mit der Gasleitung.

Hintergrund:
Der sogenannte LOOP der WINGAS dient nicht nur zum Transport von GAS, ist also nicht nur eine Kapazitätserweiterung, sondern hauptsächlich eine alternative zu Gaskavernen. In der parallelverlaufenden Leitung, die quasi zu einem Ring (Loop) verschaltet wird, kann eine Menge Gas einfach gespeichert werden.